Markus Köcknitz gewinnt Goldmedaille im Sprint bei den Bayr. Bahnmeisterschaften in Augsburg

Markus_Koecknitz_01Am 28.05.2016 war es wieder soweit und die Bayerischen Bahnfahrer versammelten sich in der Augsburger Radrennbahn um die schnellsten „Kreisfahrer“ zu ermitteln.
Dieses Jahr gab es wieder ein modifizierten Modus.
Es gab nur noch 2 eigenständige Disziplinen: einerseits das Omnium (eine Gesamtwertung aus 5 Ausdauerdisziplinen) und der Sprint.
Dieses Jahr wurde der Zeitplan gestrafft und alle Wettbewerbe an einem Tag ausgetragen. Das heißt der erste Start um 10.00, der letzte gegen 18.00 Uhr. Die Kunst besteht also darin, den Körper schon morgens auf Betriebstemperatur zu haben und diese positive Anspannung den ganzen Tag über aufrecht zu erhalten. Das heißt also jeweils vor und nach den einzelnen Disziplinen auf die Rolle und Warm- bzw. Ausfahren.
Die ersten Disziplinen liefen in etwa nach meinen Vorstellungen und ich lag kontinuierlich auf dem 2. Platz der Omniumwertung. Der Modus sieht allerdings vor, dass in den ersten vier Disziplinen Punkte vergeben werden und diese sozusagen als Startguthaben in das Punktefahren mitgenommen werden. Somit ist die letzte Disziplin, das Punktefahren die alles und entscheidende Disziplin. Am Ende des 100 Runden-Punktefahrens hatte es einige Zeit gedauert bis das offizielle Ergebnis fest stand. Kaum einer der Fahrer hatte noch Übersicht wer welche Punkte mitgenommen bzw. neu gesammelt hat.
Den ersten Platz belegte Max Hornung (der letztjährige Sieger des Sprints), ich war Gesamt 2.ter und der bis vor der letzten Disziplin führende Marc Dengler vom RSV Irschenberg wurde Gesamt 3.ter. Etwas traurig für mich, dass ich genau Punktgleich mit Max Hornung war und das er nur deshalb gewann, weil er in der letzten Wertung des letzten Rennens vor mir war. Aber so sind die Regeln…
Markus_Koecknitz_02
Was noch folgen sollte war der Sprint… und das für mich sowieso die favorisierte Disziplin. Die Qualifikation erfolgte auf sehr unkonventionelle Art und Weise. Es qualifizierten sich diejenigen Sportler mit der schnellsten Startzeit (1. Runde) des 1.000m Zeitfahrens. Nachdem ich auf den ersten Metern der Startphase generell nicht der schnellste bin, war die Qualifikation relativ knapp – nämlich eben genau zum Sieger des Vorhjahres und diesjährigen Omniumgewinners Max Hornung. Dieses Jahr hatte ich die Nase vorn. Quali also geschafft!
Der erste Stein fällt mir vom Herzen! Der Sprintfinallauf wurde als letztes Rennen des Tages ausgetragen. Alle Sportler waren entsprechend k.o. und hatten schon mehr oder weniger „müde“ Beine. Letztes Jahr habe ich Lehrgeld bezahlt und mein Vorhaben wie der Sprint zu fahren ist nicht durch ziehen können. Dieses Jahr wollte ich es unbedingt besser machen und den Lauf (es gab nur einen Finallauf mit 3 Startern) nicht aufgrund der Taktik verlieren. Ich wusste schon vor dem Start wo ich antreten werde und wollte das Tempo von Anfang an hoch halten um keiner „Überraschungsattacke“ zum Opfer zu fallen. Gesagt, getan! Ich eröffnete das Sprintfinale mit einem frühen Antritt knapp 2 Runden vor dem Ziel. Der Plan funktionierte perfekt! Auf der schnellen Augsburger Holzbahn ist keiner meiner Gegner an mir vorbei gekommen.
Somit habe ich mein Ziel erreicht und konnte genau 15 Jahre nach meiner letzten bayerischen Goldmedaille meine insgesamt 30. bayerische Meisterschaft gewinnen.
Bericht von Markus Köcknitz